Davor Baggio

Davor Baggio
Psycholog. Berater, Coach und Mentaltrainer schreibt hier über Persönlichkeits-
entwicklung und andere Themen, die bewegen, berühren und Ihr Leben erleichtern.

Wie man lernt, Nein zu sagen

“Nein, nein, ich bin kein JA-Sager. Wenn der Chef NEIN sagt, sage ich auch NEIN.” Kommt Ihnen das bekannt vor. Natürlich nicht von Ihnen, aber Sie kennen sicher jemanden, der so denkt ;-)

Dabei ist es essentiell, in vielen Situationen Nein sagen zu können um es nicht später zu bereuen, sich zu ärgern und mit dem eigenen Ärger andere mit zu beglücken. Aber ist es einmal wieder passiert, nützt alles Ärgern nichts und man sollte sich fragen, wie man es hätte verhindern können und wie man es das nächste Mal optimal angeht.
Jedoch wird ein schroffes “Nein” auch nicht unbedingt beim Gegenüber Ekstase hervorrufen. Wie man es so anstellt, dass beide Seiten zufrieden sind? Ich zeige Ihnen ein einfache Möglichkeit, wie es geht.

Ganz einfach geht es mit der folgenden Technik:

  1. Wenn Sie um etwas gefragt werden, erstellen Sie zunächst eine kurze Situationsanalyse (Wo/wann soll ich Nein sagen?) Mögliche Zustände:
    • Ein unrealistischer Endtermin
    • Sie haben nicht die nötigen Fähigkeiten
    • Sie haben andere Prioritäten
    • Es gehört nicht zu Ihrem Aufgabengebiet
    • Möglicherweise ist die Sicherheit gefährdet (Zum Beispiel Fahren nach Alkoholkonsum)
    • Sie haben einfach keine Lust dazu (Bedenken Sie, welche Freiheit es ist und wie erleichternd es sein kann, schlicht und einfach zu sagen, dass man keine Lust dazu hat!)
       
  2. Entwickeln Sie Mut
    • Bringen Sie Ihre Argumente. Nach dem Schritt 1 müssen Sie nicht weit suchen.
    • Stehen Sie zu sich. Sie kennen Ihre Stärken und Schwächen. Wahres Selbstbewusstsein bedeutet auch mal zu sagen, dass man etwas nicht kann. “Kann nicht” darf dabei kein Synonym für “will nicht” sein, sondern betrifft objektiv fehlende Fähigkeiten.
    • Offenheit und Ehrlichkeit gehört zu Werten, die immer geschätzt werden. Wenn nicht, sorgen Sie dafür.
    • Halten Sie sich die Konsequenzen eines JA vor Augen!
    • Achten Sie in Ihren Beziehungen auf ein ausgeglichenes Beziehungskonto. Wenn Sie sich da verstricken und jemandem “etwas schuldig” sind, kann es schwerer sein, Nein zu sagen. Seien Sie auch nicht erpressbar.
       
  3. Kommunizieren Sie dann Ihr NEIN partnerschaftlich in 3 Schritten
    • Dies könnte folgendermassen aussehen:
      1. Pflicht: Geben Sie ein klares NEIN ab. Keine Ausflüchte wie: “Lieber nicht” oder “ähmm… ich weiss nicht …”
      2. Kür: Begründen Sie es (Argumente aus dem Schritt 1)
      3. Show: Bieten Sie dem Gegenüber eine Lösung an (“… aber …”). Oder fragen Sie, ob es ihm oder ihr evtl. später gehen würde. Oder anders. ABER nur, wenn das für Sie auch stimmt. Nicht aus schlechtem Gewissen, sonst machen Sie es nur schlimmer.

Idealerweise integrieren Sie in Ihre Antwort immer alle 3 Schritte, also Pflicht + Kür + Show!

Noch Fragen? Nein? Gut! ;-)

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