Psycholog. Berater, Coach und Mentaltrainer schreibt hier über Persönlichkeits-
entwicklung und andere Themen, die bewegen, berühren und Ihr Leben erleichtern.
Eine Anekdote: Zwei Männer – könnten aber durchaus auch zwei Frauen sein – sitzen im Abteil eines Zuges. Bei jeder Haltestelle stöhnt der eine jedesmal, als der Zug wieder anfährt. Dieses Stöhnen wird nach jeder Haltestelle lauter und das Gesicht des Mannes schmerzvoller. Das geht so eine Weile, aber nach vielen Haltestellen und nun schon fast unerträglichem Stöhnen, fängt der andere Mann an, sich Sorgen zu machen und fragt höflich nach, ob es dem anderen wohl gut gehe oder ihm etwas fehle.
Darauf antwortet der offensichtlich stark geplagte Mann: “Nein, es fehlt mir nichts, aber ich hätte schon lange aussteigen müssen. Meine Haltestelle wäre eine der ersten gewesen.” Der eine Mann ist nun etwas irritiert durch diese Aussage und fragt nach: “Aber warum sind Sie denn nicht an ihr ausgestiegen?
Die Antwort kam kurz und knackig: “Weil es hier drinnen so warm ist.”
Sie schmunzeln? Vielleicht denken Sie, was für ein Idiot, dieser Mann. Aber verhalten wir uns Menschen nicht sehr oft ganz ähnlich? OK, nicht im Zug. Hoffe ich doch zumindest
Aber wie oft ist es uns ganz klar und bewusst, dass wir etwas im Leben ändern müssten, aber tun es trotzdem nicht? Und ist es nicht so, dass, je länger wir mit den nötigen – auch wenn manchmal unangenehmen – Schritten warten, die ganze Situation nur noch unerträglicher wird? Und die Schritte, die notwendig sind, noch unangenehmer werden. Und gleichzeitig der Weg zum eigentlichen Ziel – einer stimmigen Situation – länger wird. Es spricht also überhaupt nichts FÜR ein solches Verhalten.
Meist steckt dahinter eine Angst, die relativ rasch aufzulösen ist. Und denken Sie bitte stets daran: Auch keine Entscheidung ist eine Entscheidung. Und der richtige Zeitpunkt, eine Entscheidung zu treffen, ist dann, wenn sie einem bewusst wird.
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